
Wissen Sie, warum Clausthal-Zellerfeld mehr als 60 Teiche besitzt? Oder warum Sie immer mal wieder Menschen mit Hämmerchen auf Steine schlagen sehen?
Die Antwort findet sich in den Bodenschätzen rund um und unter Clausthal-Zellerfeld. Bergbau war der Haupterwerbszweig in großen Teilen des Harzes. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hinein wurde verschiedene Erze untertage abgebaut. Zeugnisse und Hinterlassenschaften dieser Bergbauvergangenheit sowie Mineralien und Erze finden Sie:
In Stadtteil Zellerfeld im Oberharzer Bergwerksmuseum können Sie herausfinden, wie ein Bergarbeiter sich tagtäglich gefühlt haben muss. Hier sehen Sie zum Beispiel auch die berühmte Fahrkunst in Originalgröße, eine abenteuerliche, aber effektive Methode, um schnell in große Tiefen zu gelangen.
Doch keine Angst! Kein Besucher muss heute in die Tiefe hinab steigen, denn in Clausthal-Zellerfeld hat man sich dazu entschlossen, die Geschichte des Bergbaus nicht in einem Original-Stollen darzustellen, sondern einen Untertagestollen nur wenige Meter unter der Oberfläche mit Originalteilen aus verschiedenen Gruben nachzubauen.
Trotzdem vermittelt die Anlage die beengende Atmosphäre des Bergbaualltags in vergangenen Jahrhunderten. Kompetente Museumsführer in traditioneller Bergmannsuniform, dem Bergkittel, führen Sie in ca. einer Stunde unterhaltsam durch die Geschichte.
Vor oder nach der Führung haben Sie Gelegenheit in 29 Ausstellungsräumen Werkzeuge, Münzen, Grubenlampen, eine der wichtigsten Sammlungen historischer Technikmodelle sowie historisches Filmmaterial aus dem Jahr 1923 zu besichtigen oder sich die originalgetreuen Gebäude, z. B. den Pferdegaipel, im Außengelände anzusehen.
Einige Räume sind mit originalen Oberharzer Möbeln ausgestattet und zeigen bürgerliches Wohnen von damals. Dazu kommen immer wieder wechselnde Ausstellungen, da längst nicht alles, was in den Magazinen des Museums lagert, der Öffentlichkeit gleichzeitig zugänglich gemacht werden kann. Auch bedeutende Oberharzer Erfindungen wie das gedrehte Drahtseil werden vorgestellt.
Unsere Empfehlung:
Absolut sehenswert und ein Erlebnis für die ganze Familie.
Das Oberharzer Bergwerksmuseum
Bornhardtstr. 16
38678 CLausthal-Zellerfeld
Tel. 0 53 23 / 98 950
Fax 0 53 23 / 98 95 69
E-Mail: info@oberharzerbergwerksmuseum.de
Internet: www.oberharzerbergwerksmuseum.de
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr.
Die Ausstellung bei den Harzwasserwerken auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Schachtes in Clausthal-Zellerfeld bietet einen zusammenfassenden Überblick über das Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal, welches ein weitläufiges System von 65 Teichen, 70 km Gräben (künstliche Bachläufe) und 20 km Wasserläufen (wasserführende Stollen) zur Nutzung der Wasserkraft ist und aus der Zeit von 1534 bis 1864 stammt.
Die Harzwasserwerke betreuen und halten u. a. immer noch über 20 km unterirdische Wasserstollen instand. Führungen durch die Stollem werden nach Voranmeldung ab einer Gruppengröße von 6 Personen (max. 20) durchgeführt. Kinder müssen größenmäßig mind. 12 Jahre alt sein. Wer als Einzelperson anfragt, hat manchmal Glück und kann sich einer bereits gebuchten Führung anschließen.
Nach einer theoretischen Einführung und einem Film geht die Gruppe gemeinsam durch die Ausstellung auf dem Gelände der Harzwasserwerke. Anschließend folgt das Einkleiden mit gestellten Gummistiefeln, Helm und Geleucht. Danach gehen Sie in einen der vielen unterirdischen Stollen (in der Fachsprache heißt das "befahren", auch wenn man, wie hier zu Fuß unterwegs ist). Hier herrschen immer Temperaturen von 8-12 Grad und das Wasser steht einige Zentimeter hoch.
An Klaustrophobie leidende Menschen sind hier falsch, denn die engen Gänge sind meistens nur mannhoch. Es soll sogar Gänge zum Gebücktgehen und zum Kriechen geben. Am Ende kann der Ausstieg, je nach befahrenem Stollen, über eine Leiter erfolgen.
Auch sollten Sie nicht gerade Sonntagskleidung tragen, denn durch Wasserspritzer kann es zum Schlammflecken auf der Kleidung kommen. Selbst die Wände sind nass und teilweise schlammig.
Ansprechpartner:
Harzwasserwerke
Betriebshof Clausthal
Kaiser-Wilhelm-Schacht
Erzstraße 24
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. 0 53 23 / 93 92-0
Fax 0 53 23 / 93 92-50
Internet: www.harzwasserwerke.de
Die Ausstellung ist eine Außenstelle des Oberharzer Bergwerksmuseum und ist von April bis Oktober jeweils mittwochs und samstags von 15.00-17.00 Uhr geöffnet.
Die übertägigen Anlagen des Ottiliae-Schachtes sind heute eine Außenstelle des Oberharzer Bergwerksmuseum. Der Schacht wurde nach dem ersten preußischen Berghauptmann Herrmann Ottiliae benannt. Er war bis zum Ende des Bergbaus 1930 der zentrale Tagesförderschacht des Reviers. Heute ist das eiserne Fördergerüst das einzig erhaltene in Deutschland und eins der ältesten weltweit.
Von 1900 bis 1905 wurde auf der Trasse einer Schmalspurbahn (Spurweite 750 mm) das Erz vom Kaiser-Wilhelm-Schacht zur zentralen Erzaufbereitung am Ottiliae-Schacht transportiert. Danach war die untertägigen Verbindung zwischen den beiden Schächten fertiggestellt, die Tagesförderbahn wurde nicht mehr gebraucht.
In den 1990er Jahren wurde mit großem ehrenamtlichem Einsatz ein großes Teilstück der Trasse wiederhergestellt. Sie verbindet die für Besucher zugänglichen Anlagen des Ottiliae-Schachtes mit dem alten Clausthaler Bahnhof, der heutigen Stadtbibliothek. Während einer ca. 15-minütigen Hin- und Rückfahrt und anschließender Führung wird auf die Bedeutung der Anlagen hingewiesen und Sie können eine alte Seilfördermaschine und eine Dampfmaschine in Betrieb sehen.
Unsere Empfehlung:
Beeindruckende Technik und eine idyllische Fahrt - auch für Kinder ein Erlebnis.
Abfahrtszeiten für die Besichtigung: von Mai bis Oktober, Sa. und So., sowie an Feiertagen 11.00 Uhr und 14.30 Uhr; Dauer inkl. Führung 1 Stunde 15 Minuten
Treffpunkt: Alter Bahnhof, Bahnhofstr. 5 38678 Clausthal-Zellerfeld
Informationen erteilt das Oberharzer Bergwerksmuseum unter der Telefonnummer 0 53 23 / 98 950, www.oberharzerbergwerksmuseum.de
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