
Mit einer kleinen, würdevollen Zeremonie ist die Gedenkstätte am Hirschler Brink heute erneut der Öffentlichkeit übergeben worden. Nachdem im Juli 2025 die bronzene Gedenktafel entwendet wurde, konnte nun dank des schnellen Engagements der Familie Burchards /Firma CLW Burchards eine neue Tafel angebracht werden.
Die damalige Tat hatte in der Stadt große Betroffenheit ausgelöst. Gerade angesichts der bewegenden und tragischen Geschichte dieses Ortes wurde der Diebstahl als besonders verwerflich empfunden.
Hintergrund der Gedenkstätte
Die Erinnerungsstätte am Hirschler Brink steht im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Kriegsphase im Jahr 1945. In dieser Zeit kam es auch in unserer Region zu Gewaltverbrechen an Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer von Krieg und Gewalt und mahnt zugleich zu Verantwortung und Menschlichkeit.

Die neue Gedenktafel wurde durch Familie Burchards gestiftet. Sie besteht aus Edelstahl und ist bewusst modern gestaltet. Die Firma CLW Burchards erklärte sich schnell und unbürokratisch bereit, die Kosten zu übernehmen. Dafür gilt allen Beteiligten ein ausdrücklicher und herzlicher Dank.
Die ebenfalls eingeweihte Geschichts- und Erinnerungstafel wurde durch den Bezirksverband Braunschweig des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. erarbeitet und ist zugleich Ergebnis eines Kooperationsprojekts mit dem Spurensuche Harzregion e. V..
Für die finanzielle Förderung des Projekts gilt ein besonderer Dank der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine („Heimatherzen“).
Die Erinnerungstafel mit der ausführlichen Darstellung der erschütternden Hintergründe können Sie hier einsehen:

Bildungsreferent Andreas Schönhöft – Nachfolger von Dr. Bendick – eröffnete die Redebeiträge und dankte allen Beteiligten. Anschließend sprachen Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch, Landrat Dr. Alexander Saipa, Pastor Jörg Uwe Pehle sowie Dr. Friedhart Knolle. In ihren Beiträgen betonten sie übereinstimmend das Ausmaß des historischen Unrechts und die bleibende Verantwortung, die Erinnerung daran wachzuhalten. Alle beteiligten Stellen wurden in diesem Zusammenhang gewürdigt, darunter auch unser Bauamt mit Birgit Dorn.
Dr. Friedhart Knolle schilderte eindrücklich die historischen Ereignisse: Anfang April 1945 erreichte ein Todesmarsch aus dem KZ-Außenlager Brunshausen Clausthal-Zellerfeld. Die Häftlinge wurden unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und weitergetrieben. Am Hirschler Brink ermordeten Wachmannschaften Gefangene, die dort begraben wurden. Wenig später wurden auf dem Weg zum Bruchberg weitere Häftlinge erschossen.
Die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld versteht die erneuerte Gedenkstätte als Ort der Erinnerung und lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste ein, diesen Ort zu besuchen, innezuhalten und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
„Nie wieder.
Heute ruhen am Hirschler Brink keine Toten mehr. Er bleibt dennoch ein Gedenkort, denn das, was sich nicht wiederholen soll, dürfen wir nicht vergessen.
Wir können nichts ungeschehen machen, aber wir können dafür sorgen, dass es nie wieder geschieht.“
(April 2026)
Zitat von der Erinnerungs- und Gedenktafel
