Der Innenraum der Marktkirche ist eine von hohen
Fichtenstämmen getragene, holztonnengewölbte
dreischiffige Halle mit doppelter Nord-, West- und
Südempore. Die Innenausstattung ist äußerst prächtig
dank zahlreicher Stiftungen wohlhabender Clausthaler
Bergbeamter. Kunsthistorisch bedeutsam sind die
Kombination des weiten Altarraumes mit der
eindrucksvollen Emporenhalle
und Kanzel, Taufstein, Orgel
und Altar.
Orgel
Der kunstvoll geschnitzte Orgelprospekt wurde 1759
von Albrecht Unger aus Nordhausen geschnitzt. Die
heutige Orgel von 1975 stammt von der Göttinger Firma
Paul Ott. Es ist eine Schleifladenorgel mit
mechanischer Spieltraktur und elektrischer
Registersteuerung. Die größte der Pfeifen ist über 5
Meter lang, die kleinste misst etwa 1
Zentimeter.
Altar
Der Altar wurde 1642 von Andreas Gröber aus Osterode
geschnitzt und ist das Vorbild für den Altar in der
Goslarer Marktkirche. Der Wirkungsbereich des
Künstlers und seiner Werkstatt ging weit über den
Harz hinaus.
Stiftungen
Wohlhabende Familien
begünstigten die Marktkirche mit zahlreichen
kostbaren Stiftungen. So stiftete z.B.
Oberbergmeister Georg Illing zur Einweihung der
Kirche 1642 den künstlerisch wertvollen Altaraufsatz.
Sein Enkel, Bergfaktor Georg Illing (der Bruder des
Markscheiders Adam Illing, dessen berühmter Riss der
Clausthaler Gruben von 1661 heute im Archiv des
Landesamtes für Bergbau, Geologie und Energie
verwahrt wird) und seine Ehefrau Dorothea Elisabeth
geb. Mecke stifteten der Kirche 1660 den großen
Messingleuchter, der einen Bergmann mit dem Schwan
trägt. Im Altarraum hängen zwei ca. 4 m hohe, mit
Bildnis, Wappen, Inschrift und prunkvollen
vergoldeten Ornamenten versehene barocke Epitaphe.
Sie erinnern an den 1698 verstorbenen Zehntner August
Matthias Berward und seine Frau Sophia Katharina
Berward geb. Illing, die im 31. Lebensjahr bei der
Geburt ihres 12. Kindes verstarb. Viele der Stifter
sind in der Marktkirche beigesetzt, woran die hinter
dem Altar befindlichen Grabplatten
erinnern.(hz/HA)Die Marktkirche in Gefahr