Wenn Sie in der Landschaft rund um
Clausthal-Zellerfeld unterwegs sind, begegnen Sie
bald einem der vielen Teiche - besonders, wenn Ihr
Weg Sie an einem schmalen Graben entlang führt,
denn davon gibt es unzählige im Oberharz.
Gelegentlich treffen Sie sogar auf ein Mundloch, in
dem das Wasser eines Grabens verschwindet. Kein
Zweifel, Sie haben die Anlagen des Kulturdenkmals
Oberharzer Wasserregal entdeckt. Es ist der größte
Teil des UNESCO Welterbe "Oberharzer
Wasserwirtschaft".
Was heute zur Unverwechselbarkeit der idyllischen
Kulturlandschaft beiträgt, war einst eine
industrielle Infrastruktur. Alle Anlagen wurden zur
Erzeugung von Wasserkraft gebaut, denn die vielen
verstreut liegenden Bergwerke hatten einen für die
damalige Zeit immensen Energiebedarf. Zur optimalen
Nutzung des reichlich vorhandenen Wasser entstand
ein einmaliges System von Wasserspeichern und
Leitungen.
Noch heute gilt die historische Oberharzer Wasserwirtschaft als Meisterleistung der Ingenieurskunst. Man zapfte weit entfernt liegende Bäche an, um ihr Wasser in eine ganz andere Richtung abzuleiten. Teiche mussten standfeste Dämme und regulierbare Abflüsse haben (auch bei Hochwasser), in Trockenzeiten musste Wasser aus anderen Teichen herangeführt werden können. Schließlich überwand man mit dem Dammgraben sogar die Wasserscheide zwischen Süd- und Nordharz, um die ertragreichen Clausthaler Gruben mit Wasser - und damit mit Energie - zu versorgen.(hz/HA)
Als wertvolles Kulturgut stehen heute alle Anlagen,
die zwischen 1536 und 1866 gebaut wurden, einzeln und
in ihrer Gesamtheit unter Denkmalsschutz. Etwa 65
Teiche, rund 70 km Gräben und rund 20 km Wasserläufe
(Stollen für Wasser) werden voll funktionstüchtig
erhalten, denn in den Teichen soll auch weiterhin
Wasser gestaut werden können, in den Gräben und
Wasserläufen soll auch später noch Wasser fließen
können.
Die Harzwasserwerke haben sich zur Aufgabe gemacht, die historischen wasserwirtschaftlichen Anlagen zu erhalten und darüber zu informieren. So finden Sie an vielen Stellen im Gelände Schilder, die die historischen Anlagen und ihre Funktion näher erläutern. Auch Faltblätter und vor allem eine Ausstellung in der Kaue des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Schachtes informiert Sie näher über das Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal. Außerdem bieten die Harzwasserwerke Gruppenführungen und Exkursionen an, die Sie auch nach unter Tage führen.(hz/HA)
Harzwasserwerke GmbH
Erzstr. 24 (ehemaliger Kaiser-Wilhelm-Schacht)
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. 0 53 23 / 93 92-0
Fax 0 53 23 / 93 92-50
www.harzwasserwerke.de
teicke@harzwasserwerke.de
Eine informative Ausstellung über die Anlagen
der Oberharzer Wasserwirtschaft ist
geöffnet
von April bis Oktober
mittwochs und samstags 15 - 17 Uhr
Für Gruppen wird die Ausstellung auch zu anderen Zeiten geöffnet.
Die Volkshochschule des Landkreises Goslar hat in Zusammenarbeit mit der TU Clausthal im Rahmen eines EFRE-Projektes das Oberharzer Wasserregal in der größten virtuellen 3D-Online-Welt Second Life nachgebaut.
Jeder, der sich einen Avatar (Spielfigur) anlegt, kann die Energie-SIM im Internet besuchen und die Funktionsweise der Wasserregulierung sowie auch die bekannte Fahrkunst ausprobieren. Das funktionstüchtige Modell in Lebensgröße wird Ende September 2009 fertig gestellt sein. Schon jetzt aber kann man sich auf dem virtuellen Gelände umschauen.
Alle Infos zur Avatarregistrierung und zum Download der kostenlosen Software auf www.vhs-sl.de/
Das virtuelle Gelände befindet sich im Second Life an folgendem Standort:
Start beim Infopunkt der Energie Sim
(fis)